Camilleri in HochformSeptember 26, 2008 Mag Wolfgang Neubacher(A - 5203 Köstendorf) 27 aus 29 fanden die folgende Rezension hilfreich
"Die schwarze Seele des Sommers" ist Andrea Camilleris 10. Fall mit Commissario Montalbano. Laut "Wikipedia" soll es noch weitere 5 Fälle geben (drei davon sind schon auf Italienisch erschienen), dann soll Schluss sein. Leise Wehmut macht sich breit, denn...
..."Die schwarze Seele des Sommers" ist sicherlich einer der besten Montalbano-Krimis. Selten spielte zB das Klima eine so wichtige Rolle wie in diesem Roman (Augusthitze rund um "Ferragosto"; sensationell die Dialoge, die an absurdes Theater erinnern; immer präsenter die Angst des Komissars vor dem Alter (er ist immerhin schon 55); wieder sehr deutlich die Kritik an den sizilianischen Zuständen; genial die Geschichte: Freunde aus dem Norden wollen kurzfristig Urlaub auf Sizilien machen (zusammen mit Livia, der Geliebten Montalbanos). Salvo gelingt es tatsächlich, kurzfristig ein Ferienhaus zu finden. Nur:innerhalb kürzester Zeit überschlagen sich die Ereignisse. Das Kind der Freunde (ein unmöglicher Bengel!) verschwindet (zusammen mit der Katze); eine Invasion von Schaben, Mäusen und Spinnen sowie der Fund einer Leiche in einer Koffertruhe bringen die Freunde sowie Livia dazu, überstürzt abzureisen. Zurück bleibt Montalbano, der sich an die Aufklärung des Falles macht - und dabei auch privat ganz schön ins Schleudern kommt...
Wie schon erwähnt, ein sensationeller Roman mit einer tollen Stimmung (und einigen neuen Kochrezepten). Hat man zu lesen begonnen, geht es einem wie vor vielen Jahren mit den Karl-May-Bänden: durch in einem Zug, ganz egal, wie spät (oder früh) es wird!
Höchste Suchtgefahr!
Wieder einmal erstklassig!September 11, 2008 Hopfennarr(Bodensee) 39 aus 43 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich habe das Buch gestern von Amazon bekommen und es heute schon durchgelesen. Der Schreibstil von Camilleri ist wie immer fesselnd. Sein trockener Humor, möchte ich sagen, einzigartig. Trotz, dass es ein Krimi ist, mußte ich einige Male laut auflachen. Besonders mein Freund Catarella hat es mir angetan! Alle liebgewonnenen Figuren tauchen wieder auf. So auch Montalbanos Langzeitverlobte Livia, die mit einer befreundeten Familie in Montalbanos Nähe Urlaub machen möchte. Gut, Salvo mietet ein Haus und damit fängt der ganze Fall dann an, denn dieses Haus hat es in sich.... Nachdem Salvo eine Leiche entdeckt hat und dies nicht unverzüglich an Livia weitermeldet, reist der empörte und schockierte Freundesclan samt "unterkühlter" Livia ab. Eine Versöhnung ist erstmal nicht in Sicht, so dass Montalbano leider sehr empfänglich ist für eine reizend aussehende Zeugin.... und dazu kommt, dass es ein sooo heißer August ist, dass Montalbano kaum klare Gedanken fassen kann. Oder ist es sein Alter?!
Mehr möchte ich gar nicht verraten. Das Buch ist sehr flüssig und spannend geschrieben. Montalbanos Fans kommen hier wieder voll auf ihre Kosten!
Montalbano wird älterJanuar 19, 2009 Dietmar Duckstein(Krailling Deutschland) 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Als bekennender Camilleri-Fan bin ich immer wieder überrascht, welche Wandlungen Kommissar Montalbano im Laufe der Jahre mitmacht. In jedem Krimi wird eine neue Facette des Kommissars aufgezeigt. Im neuesten Fall wird uns ein gereifter Montalbano vorgestellt, der zwar unter den Erscheinungen des Älterwerdens leidet, sich jedoch gerade deshalb von den Liebreizen der hübschen Schwester des Opfers verführen lässt. So steht eigentlich nicht die Lösung des Falls im Mittelpunkt des Buches, sondern die seelischen und körperlichen Freuden und Leiden des Ermittlers. Alles ist wieder mit so viel Witz und Ironie geschrieben, dass man als Leser seine reine Freude hat und das Buch nicht mehr zur Seite legen will. Am Schluss haben Montalbano und Fazio natürlich den Täter ermittelt - schade eigentlich, denn mit der überraschenden Lösung endet der Lesespaß viel zu früh.
ein echter camilleriOktober 13, 2008 Bettina(Berlin) 5 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Die letzten in deutsch erschienen Bücher des Autors waren Sammlungen von Kurzgeschichten und nun endlich wieder ein Roman und dann noch ein so guter. Das Buch habe ich in "einem Rutsch" durchgelesen und mich selten so gut unterhalten geführt, spannende Handlung, Privates und eine überraschende Wendung, kurz ein Genuß!
Eine weitere Liebeserklärung Camilleris an ein faszinierendes Land, seine Menschen und seine korrupte KulturDezember 1, 2008 Winfried Stanzick(Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) 8 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich
Auch das neue Buch von Andrea Camilleri mit seinem Commissario Montalbano, einem gestandenen Mann in den Mittfünfzigern, ist eine überaus köstliche Lektüre. Dieses Mal bringt Camilleri seinen Protagonisten wirklich an seine persönlichen Grenzen und manches Mal darüber hinaus.
Es ist Sommer, brütend heiss im Süden Siziliens, wo wir an der Küste in der Nähe von Agrigent jene Stadt Vigata vermuten dürfen, inder Montalbano nun schon seit fast zwei Jahrzehnten seinen Dienst tut. Fast alle sind im Urlaub, nur Montalbano schiebt Dienst und auch der unvermeidliche Catarella, der mit seinen hintersinnig-dummen Bemerkungen auch den langjährigen Leser der Serie immer noch zum Schmunzeln bringt.
Während es in der Dienststelle recht ruhig zugeht, hat Montalbano eine Aufgabe, die ihn zu Beginn des Buches voll ausfüllt. Für Freunde seiner langjährigen Freundin Livia soll er eine Villa suchen und mieten, weil sie gemeinsam einige Wochen am Meer Urlaub machen möchten.
Montalbano wird auch fündig, die Gäste reisen an, doch dann wird in dem im Erdreich verborgenen ursprünglich als Erdgeschoß an der Steuer vorbei gebauten Haus in einer Kiste eine weibliche Leiche gefunden. Als sich im Verlauf der Ermittlungen- die Gäste und auch Livia sind inzwischen fluchtartig und empört abgereist - herausstellt, dass die Ermordete eine lebende Doppelgängerin hat beginnt für Montalbano eine schwierige Zeit. Während er zusammen mit seinem treuen Kollegen Fazio die Hintergründe aufdeckt, die mit der schwarz gebauten Villa verbunden sind, treibt die Doppelgängerin mit Montalbano ein hocherotisches Spiel. Livia lässt sich am Telefon verleugnen, schippert mit einem anderen Mann auf einer Yacht im Mittelmeer, und Montalbano ist so liebes-und sexgefrustet, wie man ihn in all den bisherigen Büchern noch nicht erlebt hat.
Ob er sich auf die Avancen der betörenden Adriana einlässt ? Kann er standhaft bleiben und den Fall lösen, ohne sich zu verstricken ?
Lesen sie selbst in einem weiteren wunderbaren Buch, in dem der über achtzigjährige Camilleri wieder zur Hochform aufläuft. Eine weitere Liebeserklärung an ein faszinierendes Land, seine Menschen und auch seine durch und durch korrupte Kultur.
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