Der Alptraum einer FrauSeptember 22, 2009 Nathalie K.(München) 124 aus 131 fanden die folgende Rezension hilfreich
WARUM? Das ist die zentrale Frage, die sich durch dieses Buch zieht. Warum wurde die junge Parlamentsabgeordnete Merete von der Fähre entführt und nun in einem Verlies gefangen gehalten? Sie selbst kann sich das auch nicht erklären - auch wenn sie immer wieder von einer blechernen Lautsprecherstimme danach gefragt wird und ihr bei einer falschen Antwort weitere Unannehmlichkeiten entstehen. So bleibt das Licht in ihrem Gefängnis für ein Jahr Tag und Nacht an und später wird der Druck in ihrem Gefängnis um zwei Bar erhöht. Obwohl Merete genug Zeit zum Grübeln hat, kann sie sich den Grund ihrer Entführung nicht erklären.
Gleichzeitig wird der Fall Merete Lynggaard bei der Polizei noch einmal aufgerollt. Der Ermittler Carl glaubt nach wie vor nicht an einen Unfall oder Selbstmord, da die junge Politikerin dafür keinen Grund hatte. Zusammen mit seinem Assistenten Assad geht er der Spur eines Online-Telegramms nach, das am Beginn der Ermittlungen übersehen wurde. Wird dies einen entscheidenden Hinweis auf das Schicksal von Merete liefern? Oder kann Meretes Bruder Uffe, der mit an Bord der Fähre war und tagelang verwirrt herumirrte, sich erinnern was passierte und damit der Polizei und seiner Schwester helfen?
Ich bin fasziniert! Diese Geschichte hat mich auch gleich auf den ersten Seiten in ihren Bann gezogen. Mit seinem einfachen, klaren Schreibstil erzeugt Jussi Adler-Olsen eine Spannung, der man sich so leicht nicht entziehen kann. Sie baut sich langsam aber stetig auf und fällt auch bei einem Szenenwechsel nicht vollständig ab. Das Zusammenspiel von Carl und seinem Assistenten Assad bringt einen zum Schmunzeln, manchmal sogar zum Lachen... das einem dann wieder im Halse stecken bleibt, wenn man in der nächsten Szene das Schicksal von Merete teilen "darf".
Ich war schon lange nicht mehr so begeistert und hoffe auch noch viele weitere Fälle von Carl Moerk und Assad.
Hier kommt der nächste Stig Larsson!!!!!
Beeindruckendes Psychothriller-DebutOktober 13, 2009 Xirxe(Hannover) 38 aus 40 fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch beginnt - nach dem obligatorischen Prolog, der einen einstimmt auf das was kommt - eher verhalten. In zwei zeitlich versetzten Erzählsträngen werden auf den ersten 70 Seiten die Hauptpersonen beschrieben.
Carl - ein sich selbst zermürbender Vizepolizeikommissar, seitdem während einer Mordermittlung ein Kollege starb und ein anderer schwer verletzt wurde, er selbst hingegen nur eine Schramme davontrug. Da niemand mit ihm zusammenarbeiten möchte, wird er 'wegbefördert': Zum Leiter des Sonderdezernat Q, spezialisiert auf lang zurückliegende, ungelöste Fälle. Ihm zur Seite steht Hafez el-Assad, eine syrische Hilfskraft als Mädchen für alles, der sich jedoch schnell auf eine unnachahmliche Art und Weise unersetzlich macht. Er ist es auch, der den Fall des ungeklärten Verschwindens von Merete Lynggard aus den Aktenbergen hervorkramt.
Der zweite Erzählstrang handelt von Merete Lynggard, beginnend fünf Jahre zuvor einige Zeit vor ihrer Entführung. Während einer Reise mit ihrem Bruder wird sie betäubt und findet sich in einem dunklen Betonverlies wieder, das sie für lange Zeit nicht mehr verlassen wird.
Auch wenn diser Thriller vergleichsweise wenig Blut und Gemetzel zu bieten hat und die Lösung relativ bald klar ist, lässt er an Spannung und Grausamkeit nichts zu wünschen übrig. Die Schilderungen von Meretes Isolationshaft, ihre Versuche ihren Lebenswillen aufrecht zu erhalten, der Kampf darum einen Rest von Würde zu bewahren - eindringlicher geht es kaum. Oder die Beschreibung ihrer Zahnschmerzen - es stehen einem die Nackenhaare zu Berge (mir zumindest). Fairerweise muss man dazu schreiben, dass dieser Teil nur ca. ein Drittel des Buches ausmacht. Der Rest 'gehört' den Ermittlern.
Doch dies liest sich ebenso spannend und streckenweise durchaus amüsant, insbesondere was die Zusammenarbeit von Carl und Assad betrifft. Auch für Fortsetzungen sind genügend Handlungsfäden ausgelegt: Gelingt es Carl doch noch, die schöne Polizeipsychologin zum Essen einzuladen? Wie kommt sein behinderter Kollege mit der Situation klar? Welches Geheimnis verbirgt Assad?
Alles in allem: Empfehlenswert, daher: LESEN!
Der Adler ist gelandet - Adler Olsens Debüt ist ein HitMärz 25, 2010 B. Schulze(Karlsruhe) 6 aus 7 fanden die folgende Rezension hilfreich
Wenn man durch die vielen Bücher über Polizisten in Skandinavien ein realistisches Bild der Polizeiarbeit vermittelt bekommt, kann einem sicher Angst und Bange werden. Kettenrauchende und Koffeinabhängige Einzelgänger stapfen beladen mit ihren privaten Problemen und aufs äußerste mürrisch durch ein Regen- und Nebelverhangenes Land. Aber genau das macht diese Antihelden skandinavischer Krimiliteratur so lesens- und liebenswert.
Auch Jussi Adler-Olsens Ermittler Carl Mørck folgt diesem Muster. Nachdem ihn seine Kollegen und sein Chef in das vermeintliche Abseits eines neuen - nur auf dem Papier existierenden - Sonderdezernats geschoben haben und er einen unbrauchbaren Laufburschen als Bürohilfe zugewiesen bekommen hat, verbeisst er sich in einen alten Fall, der es in sich hat. Der Fall der Politikerin Merete Lynggaard, vor fünf Jahren unter nie geklärten Umständen verschwunden, landet auf seinem Schreibtisch.
In Rückblenden wird die Entführung von Merete und ihr unglaubliches Mytherium geschildert. Von einem Wahnsinnigen in eine Zelle gesperrt, erlebt sie eine phsychische Folter, die einen von der ersten Seite schauernd in den bann zieht.
Carl entdeckt nimmt die Fährte auf, entdeckt Löcher in den Ermittlungen und findet neue Hinweise und Zusammenhänge. Dies alles nicht ganz ohne die Hilfe seines Laufburschen Assad, der sich mehr und mehr zu einem Assistenten entwickelt und ganz eigene Ideen einbringt.
Das ist sicher ein Traumpaar für weitere Abenteuer....
Das Buch ist unglaublich clever gestrickt. Man kann sicher früh erahnen, wie die Fäden zusammenlaufen werden, das nimmt dem Buch aber keinerlei Spannung. Jedes Mal, wenn ein Kapitel in der Zelle abläuft, sitzt man mit kaltem Schweiß auf der Haut über den Seiten und kann nicht fassen, was man liest. Wechselt das Kapitel dann wieder zurück zum Ermittlerteam kann es nicht schnell genug gehen, den nächsten Hinweis auszuwerten und ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zur Lösung aufzudecken. Adler Olsen schafft dabei eine sehr dichte Atmosphäre und man hasst ihn fast für die Behäbigkeit seines Ermittlers. Wirklich tolle Unterhaltung.
Erbarmungslos spannend, grausam und absolut gut!April 16, 2010 Christof Bente(Sprockhövel) 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
"Erbarmen" ist der erste Fall für Spezialermittler Carl Moerck, vom Sonderdezernat Q und seinen "Gehilfen" Assad.
Ein ungleiches Duo, dass der dänische Autor Jussi Adler-Olsen an den Start schickt, um im Fall des tragischen Verschwindens der Politikerin Merete Lynggaard zu ermitteln.
Abgundtief böse, spannend und unberechenbar, entfaltet sich Seite für Seite eine schier unglaubliche Geschichte, die mich als Leser gefesselt hat. "Erbarmen" hat Suchtpotential: Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen wenn man begonnen hat darin zu lesen.
Eine ausgewogene und glaubhafte "Besetzung" ist sicherlich einer der Gründe dafür: ein Ermittler mit Ecken und Kanten, sein Gehilfe, der nicht leicht zu durchschauen ist, aber immer wieder für aufheiternde Momente in dieser dunklen Geschichte sorgt, ein Opfer, dass eine selten so grausam gelesene Tortur über sich ergehen lassen muss und dazu ein paar andere, mehr oder weniger nette Charaktere, die der Rahmengeschichte die notwendige Würze verleihen - ausgewogen, vielschichtig und stark, wie selten bei einem Thriller, formt Adler-Olsen seine Figuren.
Doch auch der Schreibstil des Autors - das richtige Wort an der richtigen Stelle -, die nervenaufreibende Spannungssteigerung und die persönliche Entwicklung, die der Ermittler im Buch vollzieht, haben mich in den Bann dieses Buches gezogen.
Wer Jussi Adler-Olsen jedoch mit Stieg Larsson vergleicht, tut meiner Meinung nach beiden Unrecht. Beide haben unterschiedliche Schreibstile und eine unterschiedliche Herangehensweise, wie sie die Fälle voll entfalten.
Beide verbindet jedoch, dass sie ohne Zweifel die großartigsten skandinavischen Thriller-Reihen der vergangenen Jahre erschaffen haben.
"Erbarmen" kann ich nur mit einer dicken Lese-Empfehlung und fünf Sternen anpreisen! Ich freue mich auf Teil 2 ("Schändung"), welcher im Spätsommer 2010 in Deutschland erscheinen soll.
Unglaublich spannendSeptember 21, 2009 Hamburger Deern(Hamburg) 34 aus 43 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein unglaublich spannendes Buch. Eine Frau wird eingesperrt und über lange Zeit festgehalten, weiß jedoch nicht warum und ist dem Terror ihrer Entführer hilflos ausgeliefert.
Der Kommissar wird eher zufällig zu diesem (bereits zu den Akten gelegten) Fall abgeschoben, hat jedoch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und einen sturen Kopf. Diesen weiß er - auch gegen seine Vorgesetzten - wenn nötig, durchzusetzen. Ein zugeteilter Helfer arabischer Herkunft kann ihn auch nicht aus der Ruhe bringen und erweist sich als Fundgrube für kreative Problemlösungen.
Die Lösung des Falles erschließt sich nur langsam und das Motiv bleibt lange im Verborgenen. Auch wenn der Leser die Lösung des Falles bereits ahnt, fiebert man dem Ausgang des Buches entgegen.
Auf jeden Fall: lesen !
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