Format:Dolby, Dts, Pal, Surround Sound Sprachen:Deutsch (Subtitled), Deutsch (Original Language), Englisch (Original Language) Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren Region:2 Seitenverhältnis:16:9 Laufzeit:106 Minuten Versandgewicht:0.2 Maße (innen):7.6 x 5.4 x 0.6
EAN:4041658222433 ASIN:B001D0QBCW
Freigabe-Datum:2007 Veröffentlichung:Oktober 24, 2008 Verfügbarkeit:Versandfertig in 1 - 2 Werktagen Zustand:Versand binnen 24 Stunden im Luftpolsterumschlag! ACHTUNG: der Versand erfolgt ohne Hülle! Verschickt werden der Datenträger und das Inlay! Bei Fragen wenden Sie sich jederzeit gern an uns.
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Kundenrezensionen:
Lost on the PlaygroundOktober 29, 2008 MissVega(Hamburg) 10 aus 11 fanden die folgende Rezension hilfreich
In Amerika ist es Leuten verboten, sich auf einem Spielplatz aufzuhalten, wenn sie keine Kinder (dabei) haben... Was ist das für ein Land, in dem solche Gesetze geschaffen werden müssen? Eines, in dem Kinder von Spielplätzen verschwinden, und zwar in solch einer Anzahl, dass ein Gesetz her musste, das es Kinderlosen verbietet, sich auf einem öffentlichen Kinderspielplatz aufzuhalten. Nun, vielleicht wäre Julias (Sigourney Weaver) dreijährige Tochter nicht verschwunden, wenn es dieses Gesetz schon 16 Jahre früher gegeben hätte. Denn genau so lange ist es her, dass ihre Tochter von einem Spielplatz entführt wurde und seitdem nie wieder aufgetaucht ist.
Zur DVD selbst ist so gut wie nichts zu sagen, angeboten werden deutsche und englische Tonspuren nebst deutschen Untertiteln, beides kommt in Dolby Digital 5.1 daher, die deutsche Spur zusätzlich noch in DTS 5.1. Als Extras findet sich hier lediglich ein Audiokommentar vom Regisseur. Ton und Bild überzeugen, aber das war's dann auch schon (von technischer Seite).
Regie-Neuling und Pulitzer-Preisträger David Auburn zeigt uns hier, welche Auswirkungen so ein Drama auf eine ganze Familie haben kann und wirft die Frage auf, was schlimmer ist: die Ungewissheit, ob dein Kind vielleicht nur entführt wurde und nun woanders lebt, oder die Gewissheit, dass es tot ist. Transportiert wird diese Frage von einer Schauspielerin, die seit fast 40 Jahren im Geschäft ist und mit ihrer Darstellung genau den richtigen Ton trifft: Sigourney Weaver ("Alien", "8 Blickwinkel"). Solide agierend stehen ihr dabei David "Sledge Hammer" Rasche, Alessandro Nivola ("Face/Off", "Junebug"), Keri Russell, "Klang des Herzens") und die meiner Ansicht nach überschätzte, aber hier passabel aufspielende Kate Bosworth ("21", "Blue Crush") zur Seite.
Was passiert nun in diesen 109 Minuten? Also: Julia (Weaver) ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder, den schon schulpflichtigen Chris und die dreijährige Maggie. Eines Tages, in wirklich nur einem kurzen Moment der Unachtsamkeit, verschwindet Maggie spurlos von dem Spielplatz, auf dem sie eben noch mit ihrer Mutter Verstecken gespielt hat. Auburn fällt nun nicht den gängigen Klischees anheim, indem er die verzweifelte Mutter, die geschockte Familie, Polizeiermittlungen und grenzenlose Verzweiflung auffährt, um diesen schrecklichen Verlust visuell zu verdeutlichen. Im Gegenteil, er bricht den Vorgang ab und lässt eine panisch suchende Mutter im Park zurück. Seine Geschichte setzt erst wieder 16 Jahre später ein, womit er dem Zuschauer Raum gibt, sich Stück für Stück selbst zusammenzureimen, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.
Julia, die früher in Bars leidenschaftlich gern Jazz gesungen hat, ist zum traumatisierten, freudlosen und verstörten Arbeitstier mutiert, welches von ihrer Firma gerade erst von Toronto nach New York versetzt wurde. Ihre Ehe ist ein paar Jahre nach Maggies Verschwinden in die Brüche gegangen, ihr Sohn Chris (Nivola) findet kaum noch emotionalen Zugang zu seiner Mutter, die weder bei seiner Highschool- noch bei seiner College-Abschlussfeier aufgetaucht ist. Er ist Bauunternehmer geworden und erwartet mit seiner Verlobten Celeste (Russell) gerade sein erstes Kind. Ex-Mann Doug (Rasche) ist neu verbandelt und hat ebenfalls kaum noch Kontakt zu seiner nahezu einsiedlerisch lebenden Ex-Frau. Sie isst alleine in Restaurants, wandert ziellos durch die Straßen New Yorks - unbewusst vielleicht immer noch auf der Suche nach ihrem Kind - und hat an nichts und niemandem Freude. Selbst die Verlobungsparty ihres Sohnes verlässt sie nach wenigen Minuten wieder, da sie offensichtlich keine halbwegs normale Famililenumgebung mehr ertragen kann.
Zufällig trifft sie nun eines Tages Louise (Bosworth), eine heimatlose Verliererin, die mit ihren knapp 20 Jahren weder Job noch Wohnung aufweisen kann. Durch ein paar ins Drehbuch geschriebene Zufälle laufen sich die Beiden ein paar Mal über den Weg, was letztendlich dazu führt, dass Louise bei Julia einzieht. Es ist ein gegenseitiges Ausnutzen: Louise braucht Geld und ein Dach über dem Kopf, Julia taut emotional auf, weil sie sich der Illusion hingibt, Louise könnte ihre Tochter sein. Nach und nach scheint aber doch mehr aus diesem anfänglichen Zweckbündnis zu entstehen, die beiden Frauen nähern sich einander an. Dies schließt jedoch die Katastrophe, auf die beide zusteuern, keineswegs aus. Wer ist Louise? Könnte sie tatsächlich Maggie sein? Das wird hier nicht verraten.
Dies ist ein ruhiger, größtenteils emotionsloser Film, was bei der gezeigten Thematik überraschen mag. Wir sehen nahezu alle Protagonisten in unterschiedlichsten Stimmungslagen, von Trauer über Wut bis hin zu Verzweiflung wird hier alles geboten, dennoch mag sich all dies nicht ausreichend auf den Zuschauer übertragen. Man bedauert Julia, vermag aber andererseits kein Verständnis dafür aufbringen, wie unterkühlt sie ihren Sohn behandelt. Auch Louise zeigt Verletzlichkeit, aber ihre Persönlichkeit bleibt unausgelotet, so dass man ihre verkrüppelte Seele weder besonders bedauert noch ihre kalkulierende Berechnung besonders verabscheut. Kombiniert man dies mit letztendlich überflüssigen Nebenrollen (schwangere Verlobte, nette Schwiegereltern, sympathischer Arbeitskollege) und langsamen Kamerafahrten, in denen es kaum etwas zu sehen gibt, fällt es dem Zuschauer zunehmend schwer, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Den Schauspielern ist dies nicht anzulasten, es liegt, wie üblich, an einem mittelmäßigen Drehbuch. Der Film ist eindeutig ein Drama, aber genau dafür bleibt er oftmals viel zu kühl, fast langweilig. Mehr eindringliche Emotionen hätten hier geholfen, sich mehr und besser in die Charaktere hineinzuversetzen. Auch das Handlungsgerüst ist letztendlich dünn: Kind wird entführt, Mutter ist traumatisiert, trifft junge Frau, die ihre Tochter sein könnte. Die sich daraus ergebenden Dialoge zwischen Louise und Julia sind oftmals trivial, manchmal zum Glück jedoch auch eindringlich und überzeugend. Leider eben nur manchmal. Das Gerüst, auf welches die beiden Hauptdarstellerinnen sich hier stützen müssen, ist äußerst fragil und bricht manchmal unter der Belanglosigkeit der Szenen zusammen. Das ist schade, denn sowohl aus der Story als auch mit so einem grandiosen Cast hätte man mehr machen können. Selbst eine nur leidlich begabte Actrice wie Kate Bosworth muss hier unter ihren Möglichkeiten agieren.
Letztendlich bleibt die Ahnung, was ein besserer Regisseur aus diesem Stoff hätte machen können. Der Film ist nicht schlecht, aber er ist einfach nicht gut genug, um dieses sensible und traumatische Thema gekonnt genug umzusetzen. Ihm geht zu oft auf halber Strecke die (dramaturgische) Luft aus, was angesichts einer Charakterdarstellerin wie Weaver nahezu wie Verschwendung anmutet. Ein Film für jene, denen langsam gedrehte, streckenweise eindringliche, aber nicht zu emotionale Filme liegen und die sich am gemächlichen Tempo dieses halbwegs überzeugenden Dramas nicht stören. All jenen, die emotionale, packende und aufwühlende Tragödien samt Taschentüchern sehen möchten, muss ich von diesem leisen, unprätentiösen und leider nicht wirklich zu Herzen gehenden Film abraten. Aufgrund von Ms Weaver dennoch solide drei von fünf kinderlosen- oder -reichen Spielplatzbesuchen im Park nach Wahl.