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Kirschblüten - Hanami (Einzel-DVD)

Kirschblüten - Hanami (Einzel-DVD)

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Ihr gewähltes Produkt

Regie: Doris Dörrie
Schauspieler: Elmar Wepper, Hannelore Elsner, Nadja Uhl
Studio: Majestic Home Entertainment (Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment)

Kaufen Neu: EUR 16,95

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Neu (16) Gebraucht (5) ab EUR 14,00

Bewertung: 5.0 von 5 Sternen 12 Rezensionen

Format: Dolby, Pal, Surround Sound, Widescreen
Sprachen: Deutsch (Untertitel Für Hörgeschädigte), Deutsch (Original Language)
Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
Region: 2
Seitenverhältnis: 16:9
Laufzeit: 122 Minuten
Versandgewicht: 0.2
Maße (innen): 7.1 x 5.4 x 0.6

MPN: 3982908
EAN: 4010232044402
ASIN: B001DCHPIY

Freigabe-Datum: 2007
Veröffentlichung: November 7, 2008
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden

Auktionsempfehlungen


Eigenschaften:
  • FSK 12

Kundenrezensionen:   Gelesen 7 mehr Rezensionen...

5 von 5 Sternen "Das ist für dich, Trudi, ..."   September 22, 2008
Martin Ostermann
45 aus 45 fanden die folgende Rezension hilfreich

... sagt Rudi, der mit geöffnetem Mantel, unter welchem er Strickjacke und Rock seiner verstorbenen Frau trägt, auf die Kirschblütenpracht der Baumkronen über ihm blickt. Rudi ist in Tokyo, das heimliche Traumziel seiner Frau, deren Erfüllung diese sich aber zeitlebens versagte.
Der Film "Kirschblüten" beginnt aber in der bayerischen Provinz. Rudi fährt jeden Morgen zur gleichen Zeit mit Frühstücksbrot, Apfel und stets demselben Sinnspruch ("an apple a day, keeps the doctor away") zur Arbeit. Die Frau an seiner Seite hat ihm drei Kinder geboren, die längst ihre eigenen Wege gehen. Sie weiß, dass er zufrieden ist, auch wenn er gern über dies und jenes grantelt. Er jedoch weiß von ihr und den Kindern nur wenig. Sie erfährt dann vom Arzt, dass ihr Mann nicht mehr lange zu leben hat und soll ihm diese Nachricht überbringen.
Ohne ihn einzuweihen, fahren beide die Kinder (einen verheirateten Sohn und eine lesbische Tochter) in Berlin besuchen und nach einem eher missglückten Zusammentreffen weiter an die Ostsee. Trudi möchte auch noch gern den anderen Sohn in Tokyo besuchen, doch Rudi winkt ab, denn man habe noch so viel Zeit - später!
Nicht Rudi stirbt, sondern Trudi, plötzlich und unerwartet, wie es in Traueranzeigen heißt. Im Gespräch mit Franzi, der Lebenspartnerin seiner Tochter, erfährt Rudi dann von den Träumen seiner Frau, über die sie mit ihm nie gesprochen hatte und die sie sich nie erfüllte: dem Wunsch, die Kunst des Butoh-Tanzes zu erlernen und nach Japan zu reisen, um den göttlichen Berg Fujiyama zu sehen.
Rudi macht sich auf nach Japan, den Koffer und die Sachen von Trudi immer dabei. Die Reise nach Tokyo wird für Rudi nicht nur die Einlösung eines unerfüllten Versprechens der verstorbenen Frau gegenüber, sondern auch zu einer Reise in sein eigenes Innerstes.
Es ist Elmar Wepper zu verdanken, dass er auf dem schmalen Grat zwischen Kunst und Kitsch nie abrutscht und seine Figur des Rudi, selbst wenn sie plötzlich in Frauenkleidern durch Tokio spaziert und im Park Butoh tanzt, nie der Lächerlichkeit preisgibt.
Mit "Kirschblüten - Hanami" gelingt Doris Dörrie ein subtiles und partiell hoch emotionales filmisches Memento mori. Ein Stoff also, der vom Thema des Todes und der Trauerarbeit stets wieder zum Leben und den Lebenden hinführt. Immer geht es um die Frage, wie wir miteinander umgehen: Was wissen wir wirklich voneinander; interessieren uns die Träume und Hoffnungen derer, die uns umgeben; öffnen wir uns deren Wünschen oder sind wir nicht zu stark mit der Pflege des eigenen Ego befasst?



5 von 5 Sternen Wir dachten, wir hätten noch Zeit...   Oktober 19, 2008
Thomas Knackstedt (Delligsen)
34 aus 34 fanden die folgende Rezension hilfreich

...sagt Rudi Angermeier(Elmar Wepper) zu seinem Sohn Karl. Das sollte sich nicht als der einzige Irrtum in Rudis Leben herausstellen. Das merkt der bayrische Beamte allerdings erst, als es zu spät ist. Rudi wollte, dass einfach alles so weitergeht, wie es ist. Aber auch hier macht ihm das Leben einen Strich durch die Rechnung. Rudi ist ein Grantler, ein Beamter im Amt, der nach außen hin einfach und eingeschränkt wird. Sein Tag läuft im Gleichmass ab. Die Fahrt zur Arbeit, die Fahrt nach Hause, das Essen mit seiner Gattin Trudi(Hannelore Elsner). Der Apfel, den Trudi ihm mitgibt und Rudis Spruch dazu: "One apple a day, keeps the doctor away." Das ist Rudis Irrtum Nr.3. Denn er ist schwer krank, hat nicht mehr lange zu leben. Das weiß allerdings nur Trudi. Sie will ihren Mann mit dieser Nachricht nicht belasten und plant daher, ihre drei Kinder noch einmal zu besuchen. So macht sich das schrullige Paar auf den Weg nach Berlin. Dort leben zwei ihrer Kinder. Der andere Sohn, Karl, lebt in Tokio. Trudi, die sich für japanischen Budotanz interessiert, wollte schon immer nach Japan, aber mit Rudi scheint das nicht zu gehen.
So landen die beiden in Berlin und merken ziemlich schnell, dass sie ihren Kindern eine große Freude machen würden, wenn sie wieder nach Hause fahren würden. Lediglich Franzi(Nadja Uhl) eine Freundin der Tochter, interessiert sich für das bayrische Paar. Von Berlin geht es an die Ostsee. Rudi stellt auch hier fest: "Das Meer ist auch nicht mehr das, was es mal war", und sagt zu Trudi: "Lass uns wieder nach Hause fahren." Dazu kommt es jedoch nicht mehr. In der letzten Nacht an der See stirbt Trudi. Der kantige, einfache Rudi wird von ihrem plötzlichen Tod regelrecht erschlagen. Wieder zu Hause muss er feststellen, dass nicht einmal alle Kinder zur Beerdigung Trudis kommen. Da fasst Rudi einen Plan. Wenn er seiner Frau schon zu Lebzeiten die Japanreise nicht ermöglicht hat, dann soll es jetzt soweit sein. Er packt Trudis Sachen, die sie kurz vor ihrem Tod trug und besteigt den Flieger nach Tokio. Dort landet Rudi in einer anderen Welt. Einzig vertraut ist ihm die Abneigung des eigenen Sohnes, der ihn am liebsten so schnell wie möglich wieder zu Hause sehen möchte. Aber mit Rudi ist eine Wandlung vorgegangen. Während der Sohn arbeitet, zieht sich Rudi Trudis Sachen unter seinem Mantel an und zeigt ihnen die Stadt. Dabei lernt er die junge Budotänzerin Ju kennen. Sie erklärt ihm das Geheimnis der Kirschblüte. Sie ist plötzlich da, wunderschön und einzigartig, hält nur ein paar Tage an und verschwindet wieder, als wäre sie nie da gewesen. Rudi fasst eine unglaubliche Zutraulichkeit zu Ju. Als er merkt, dass sie wie eine Obdachlose lebt, will er helfen. Aber Rudis Zeit läuft ab. Zusammen mit Ju macht er sich auf den Weg zum Fudjijama, das war immer Trudis Traum gewesen. Am Fuß des schneebedeckten Gipfels findet Rudi den Weg zur großen Liebe seines Lebens wieder.

Was soll man dazu sagen? Ein deutscher Film mit so viel Tiefgang wie ein voll beladener Ozeandampfer. Eine Regisseurin Doris Dörrie, die hier nicht den Bewegten Mann, sondern ein bewegendes Drama abliefert, das uns emotional in den Grundfesten erschüttert. Eine Geschichte, so einfach klar und tausendfach im richtigen Leben vorhanden ist, dass man sie oft übersieht. Eingefangen in Bildern, die keine Wünsche offen lassen. Unterlegt mit Musik und Szenen von Traumsequenzen, die man so schnell nicht wieder vergisst. Hannelore Elsner spielt die Trudi so lebensecht und liebevoll, das es fast schon weh tut. Nadja Uhl holt aus ihrer Nebenrolle eine Menge heraus und wie Aya Irizuki die Tänzerin Ju auf die Leinwand zaubert, das ist sehenswert und unglaublich bewegend. Über allem aber steht Elmar Wepper in seiner ersten großen Kinoproduktion. Ich weiß nicht, wie das Casting für Kirschblüten abgelaufen ist. Wer jedoch auf die Idee kam, den Fernsehschauspieler und Theatermimen Elmar Wepper an diese große Charakterrolle heran zu lassen, der sollte demnächst vielleicht für die Seligsprechung oder zumindest einen Landesorden vorgeschlagen werden. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, das Wepper einen derart schwierigen, ernsthaften und ambivalenten Charakter so ausfüllen kann. Und nicht nur das: Wepper überstrahlt in seinem Spiel die gesamte Produktion mit allem Drum und Dran. Er ist die treibende Kraft der Erzählung, der Mittelpunkt des Dramas und der Quell der winzig kleinen Hoffnung. Wenn er in Tokio durch die Stadtviertel irrt, vor einem blühenden Kirschbaum seinen Mantel öffnet und wir erkennen, dass er Trudis Kleider trägt, dann merken wir, wie uns sein Spiel die Tränen in die Augen treibt. Wenn er dann noch mit brüchiger Stimme sagt: "Das ist alles für dich, Trudi" gibt es kein Halten mehr. Das ist ganz großes Kino im Endstadium!

Ich war schon immer der Meinung, dass der Deutsche Film lebt. Kirschblüten bestätigt das auf eine eindrucksvolle Art und Weise. Wer der Wirklichkeit entfliehen will, indem er Wepper und Elsner gerade diese Wirklichkeit 122 Minuten lang darstellen lässt, der ist bei Kirschblüten richtig. Wer noch träumen kann und will, nicht alles im Leben verteufelt, sich aber den realen Ängsten und Sorgen stellen kann, der wird diesen Film lieben. Vielleicht nimmt man auch ein Stück des Films mit in seinen Alltag. Das muss nicht die Reise nach Tokio sein, oder der Tanz vor dem Fudji; vielleicht reicht schon Rudis Ausspruch: "Wir haben ja uns", um zu verstehen, worum es im Leben eigentlich geht.



5 von 5 Sternen Einfach wunderbar   August 15, 2008
Lottenmotte (Ge)
29 aus 29 fanden die folgende Rezension hilfreich

Ich habe den Film im Mai im Kino gesehen und war einfach überwältigt. Wie mutig und eindringlich Elmar Wepper und Hannelore Elsner spielen verdient Respekt. Wunderschöne Bilder, eine nachdenklich stimmende und wunderbare Geschichte... Hätte ich nicht im Kino gesessen, hätte ich wahrscheinlich laut losgeschluchzt bei manchen Szenen, so nah war mir die Geschichte.
Ja, der Film lohnt sich anzuschauen. Für ältere wie für jüngere Menschen , denn er zeigt uns wie wichtig es ist, stets aufmerksam zu sein mit denen die man liebt . Denn es kann so schnell zu spät sein...



5 von 5 Sternen Ein Mann auf den Spuren seiner Frau   August 15, 2008
Fantaghirò (Frankfurt am Main)
16 aus 16 fanden die folgende Rezension hilfreich

Mich hat der Film zutiefst berührt !

Die Rolle als älteres Ehepaar wird von den beiden Hauptdarstellern Hannelore Elsner und Elmar Wepper so wunderbar überzeugend schön gespielt, dass am Ende im Kino (nicht nur bei mir) die Tränen liefen.

Ein Mann will seiner verstorbenen Frau nahe sein und fliegt nach Tokio, der Stadt/Kultur ihrer Träume, wo sie nie hinkam.
Er geht für sie hin und lebt es für sie...

Mich hat der Film eins gelehrt: Die Zeit, die man mit seinen Liebsten (Lebenspartner, Familie) hat ist wertvoll.
Ein wirklich sehenswerter Film auch für die jüngere Generation.



5 von 5 Sternen Lebe im Hier und Jetzt - ein sehr guter Film   Oktober 29, 2008
Gabriele B. (Mülheim an der Ruhr)
9 aus 9 fanden die folgende Rezension hilfreich

Der deutsche Film ist mittlerweile, ach was, seit langem bereits so gut geworden, dass ich mich fast, aber nur fast, wundere, dass bisher nur 4 Rezensionen zu Kirschblüten geschrieben wurden. Schaue ich bei einem z.B. amerikanischen Film ähnlicher Machart, falls es so einen Film überhaupt gibt, nach, lese ich mindestens 50-80 Rezensionen. Tja, so ist das leider.

Im Kino habe ich Kirschblüten verpasst, aber auch auf DVD lässt er sich überaus gut anschauen. Da es gute inhaltliche Zusammenfassungen bereits gibt, möchte ich nur einen Punkt in diesem hervorragenden Film aufgreifen, der mich besonders berührt hat.

Das ist die Sprachlosigkeit innerhalb der Familie von Trudi und Rudi und ihren drei Kindern, was ihre Gefühle und ihre Beziehungen zueinander angeht. Rudi redet nicht wirklich mit seiner Frau, Trudi nicht mit ihrem Mann, beide nicht mit ihren Kindern, die untereinander auch nicht. Schon fatal, aber sehr gut dargestellt. Interessanterweise sind es Nicht-Familienmitglieder, die in den emotionalen Stresssituationen am besten mit den jeweiligen Eltern klarkommen. Z.B. die Freundin der Tochter, die scheinbar mit Leichtigkeit den richtigen Ton findet, wo die Tochter nur aggressiv reagieren kann. Genauso geht es mit Yu, die Rudi so nimmt, wie er ist, wohingegen sein Sohn nur genervt vom Besuch seines Vaters ist und ihn am liebsten gleich wieder los wäre. Es tut fast weh zu sehen, wie lieblos der Sohn den Vater empfängt und ihn völlig sich selbst in dieser Riesenstadt überlässt, Yu hingegen kümmert sich, nicht viel, aber im Gegensatz zum Sohn wirkt es um ein Vielfaches mehr. Die Sprachlosigkeit führt so ungefähr ab dem Teil in Tokio so weit, dass hauptsächlich Musik und Bilder die Sprache ersetzen. Wunderbar. Endlich mal wieder ein Film, ein Kleinod möchte ich bald sagen, der es fertig bringt, die Phantasie, das Kopfkino des Zuschauers anzuschalten. So wohltuend, lange Schnitte passen genau zum Thema.

Ganz große Klasse Elmar Wepper, eine echte Überraschung. Nie wirkt er lächerlich in den Kleidern seiner Frau, niemals wollte ich lachen, sondern nur mitfühlen, ja, die Bilder machten eher traurig und wirken anrührig. Besonders gut fand ich die Szene, als er mit seinem Sohn am Esstisch sitzt und dieser plötzlich losheult aus Kummer. Das Gesicht von Wepper in dieser Situation und den Blick, mit dem er seinen Sohn betrachtet - ganz große Schauspielkunst.

Ich könnte noch viel mehr schwärmen, doch das würde zu weit führen. Zu viel verraten möchte ich auch nicht, nur so viel sei gesagt, dass es sich unbedingt lohnt, diesen Film anzusehen. Er macht aufmerksam und das eindringlich, wie wichtig der Augenblick ist, das Hier und Heute. Nichts soll man auf später verschieben, gar nichts. Denn das Später gibt es vielleicht nicht mehr.


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