Eine eigene kleine Welt...Dezember 3, 2006 H. Müller 49 aus 52 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich gebe ja zu, dass ich ein Liebhaber von Aufbau-Strategiespielen bin und der Hau-Druff-Mentalität einiger Spiele nichts abgewinnen kann. Findet der eine seine Freude daran einem haarigen Monster den Schädel fachgerecht zu spalten, bin ich eher der Typ, der einem Baum beim gemütlichen Wachsen zusehen kann.
Anno 1701 hat aber eine Menge mehr zu bieten, als "nur" nicht blutrünstig zu sein. Es gibt verschiedene Modi, mit denen man vor dem Start auswählen kann, wie sich das Spiel entwickeln soll. Man kann wählen, ob man gerne Kriege führt und fremde Länder erobern möchte. Wer es mag kann sich auch mit Piraten einlassen und sich mit denen richtige Seeschlachten liefern (oder sich mit denen auch verbrüdern). Will jemand danach streben möglichst reich zu werden, steht ihm auch dieser Weg offen.
Mein der zeitiges Faible besteht in dem Endlosspiel, in dem es "lediglich" darum geht, die eigenen Siedlungen möglichst lange am Leben zu erhalten. Doch wer glaubt, hierbei könnte schnell Langeweile aufkommen, der kennt die trickreiche KI noch nicht. Seine Bürger zufrieden zu stellen und in guter Steuerbezahl-Laune zu erhalten bedarf einer steten Abwägung von Kosten und Einnahmen. Wer nachlässig wird, dem brennen seine Bürger schon mal die Siedlung ab und proben den Aufstand. Aber auch wer alles richtig macht, dem kann ein Wirbelsturm oder ein anderes Naturereignis durchaus mehr als nur die Ernte verhageln.
Jede Siedlung will zudem gut geplant sein. Ein einfaches platzieren der Gebäude in der Landschaft "weil das Haus sich so lieblich vor dem Felsen da macht" wäre nur zufällig zielführend. Jedes Gewerbegebäude zeigt vor dem Aufstellen genau an, welche Siedlungsfläche seine Produktion versorgen kann. Vor Versorgungslücken sollte man sich hüten, die Bürger lassen sich nicht hinter das Licht führen; Nichtbeachtung ihrer Bedürfnisse führt zum Aufstand und dann kann man letztendlich doch nur noch klein beigeben und diesen Missstand beseitigen. Was natürlich wesentlich teurer kommt, als wenn man von vorherein darauf geachtet hätte...
Durchaus lehrreich diese Erfahrung, die aber manchem ohne Nehmerqualitäten die (Spiel-)Laune verhageln könnte ;-)
Die Befriedigung aller Siedler-Bedürfnisse lässt sich mit der Zeit nicht allein auf der Startinsel bewältigen. Es müssen durch "Entdeckerschiffe" Siedlungen in Übersee angelegt werden; die Erzeugnisse dieser Siedlungen dann wieder per Handelsschiff auf Handelsrouten an die Hauptinsel geliefert werden. Jedes Schiff kostet Unterhalt, grössere Schiffe sind teurer als kleinere, fassen andererseits aber mehr Ladung, die Fahrten müssen sich also jeweils lohnen, also gut geplant sein.
Damit das Spiel nicht nur so dahinplätschert gibt es einen Händler, dem man Waren abkaufen aber auch verkaufen kann und der zudem mit der einen oder anderen Aufgabe "Sie könnten mir da mal einen Gefallen tun..." für Abwechslung (sollen angeblich etwa 100 Missionen sein) und etwas Geld nebenbei sorgen kann.
In der Siedlung selbst lassen fahrende Händler, Gaukler oder ein Zirkus keine Langeweile aufkommen. Mal kommt ein Schmied vorbei und hilft bei der Werkzeugherstellung oder ein alter Admiral im Ruhestand hilft bei dem Aufbau der Flotte. Die KI ist da wirklich für allerlei Überraschungen gut. In der Schule werden Produktionsprozesse optimiert oder ein Bierwagen kommt vorbei, füllt die Siedler ab und "befreit" Sie wie im richtigen Leben eine gewisse Zeit lang von all' ihren Sorgen :-)
Und, und, und...
Gekrönt wird das wirklich abwechslungsreiche Spiel von einer wunderbar anzuschauenden Grafik.
Anno 1701 - Ein Meilenstein in der Anno Reihe!Januar 1, 2007 Benjamin Strunk(Brühl) 34 aus 37 fanden die folgende Rezension hilfreich
Das neue Anno ist eindeutig der am besten gelungene der drei erschienenen Teile.
Die Grafik ist absolut Filmreif und der Sound ist altbewährt.
Viele tolle grafische und strategische Spielereien sind jedoch hinzugekommen.
So kann man für den freien Händler, welcher für Jedermann erreichbar ist, Aufträge ausführen und somit die Stadtkassen füllen.
Ebenso wurde -gegenüber Anno 1503- die Steuerschraube eingeführt, welche das Feintuning für Stadtkasse und Wohlergehen der Bewohner ermöglicht.
Ebenso hinzugekommen sind regelmäßige Besucher auf dem Marktplatz, welche die Stadtbevölkerung verzücken und auch oftmals nützlich für Wissensstand und Materialwirtschaft sind. So kommt z.B. ein Schmied, welcher Werkzeuge herstellt, oder eine Gauklertruppe, welche die Dorfbewohner belustigt.
Ansonsten ist es im Großen und Ganzen Anno geblieben. Wer die ersten Beiden Teile mochte, wird den dritten Teil lieben.
5 Sterne für eine Super Grafikleistung, eine Mengen Neuerungen und einer Riesenportion Spielspaß!
Doch Achtung! Absolute Suchtgefahr!
Süchtigmachendes AufbauspielMärz 16, 2007 C. Schäfer(Nagold) 45 aus 52 fanden die folgende Rezension hilfreich
Da mir schon seinerzeit Anno 1602 sehr viel Spaß machte, war es keine Frage, ob ich Anno 1701 kaufen wurde oder nicht.
Anno 1701 ist ein Wirtschaft-Aufbauspiel, welches im Jahr im Titelname spielen soll. Eine Story gibt es im Endlos Spiel nicht. Nur bei den Szenarien, aber dazu später etwas.
Zum beginn des Spiels wählt man Schwierigkeitstuffe, Inselgrößen, Mitspieler (CPU gesteuert) und eventuelle Missionsziele aus (ohne Ziele spielt man endlos), wie auch Piraten oder Handelsvölker.
Je nach dem, ob man mit Startkontor oder mit Schiff anfängt, sucht man sich zuerst eine Insel. Dabei hat jede Insel andere Eigenschaften, was für Rohstoffe man anbauen kann. Auch vom Aussehen unterscheiden sich die Nördlichen Inseln, mit den Südlichen. Die Nördlichen sehen Europäisch aus, die Südliche dagegen wie in Afrika.
Die CPU Gegner gibt es in drei Schwierigkeitsstufen. Dabei hat jeder Charakter eine andere Persönlichkeit und vorlieben bei den Wahren. Dabei Kommentieren sie auch Fortschritte des Spielers. Die Mitspieler auf leichter Stufe sind Sympathische Handelspartner, welche kein Interesse an Krieg oder so haben. Auf Mittlerer Stufe sind die Charaktere etwas Charakterstärker und sind nicht immer gleich zum Handeln bereit. Auch ihre Inselbesiedlungen sind aggressiver (soll heißen, sie besetzten schnell weitere Inseln). Sie bauen zwar Kriegsschiffe und Armeen auf, eine Kriegserklärung bekam ich aber nie von ihnen. Mit den Gegner auf der Schwierigen Stufe ist nicht zu spaßen. Sie steigen schnell auf in der Siedlungsstufen und erklären einem schnell den Krieg, ohne dass man sie Provoziert hätte. Dann gibt es noch den Freien Händler, welcher immer Wahren hat, die man braucht. Dabei kommt er zu einem selbst, oder man kann direkt beim Händler kaufen (er ist immer in der Mitte der Karte). Ab und an kann man Aufträge für den Händler in einer vorgegebenen Zeit erfüllen wie z.B. berge einen Schatz, bring Wahre XY oder versenk die Piraten. Wenn man sie erfüllt, bekommt man Geld und kann zwischen zwei Waren wählen. Es gibt auch noch drei weitere Volker. Asiaten, Inder und Indianer. Mit denen kann man Handeltreiben. Dabei braucht jedes Volk eine andere Wahre und bietet bestimmte wahren an. Im Gegensatz zum Händler sind die Preise der anderen Völker billig. Die Piraten ziehen meistens durch die See und greifen Schiffe an. Es ist auch möglich im Ansehen der Piraten zu steigen um mit ihnen Handel zu betreiben, aber dabei wird man bei den anderen schnell unbeliebt. Eine weitere Erneuerung ist die Königin. Sie besitzt keine Insel oder Siedlung. Wichtig bei ihr ist, dass man von ihr Geld bekommt, sollte man ins Minus rutschen (wobei ich nicht weis, wie oft sie das tut). Sollte man die Stufe der Aristokraten erreichen, verlangt die Königin Tribut und dies nicht zu knapp. Dann kann man die Unabhängigkeit verlangen. Dies geht aber nur, wenn die eigene Armee stark genug ist.
Im großen und ganzen stellt sich die KI nicht schlecht an. Wobei ich nicht sagen kann, ob die KI in der schwersten Stufe Cheatet. Die einzigsten Aussetzer hat sie, dass sie keine Händler Aufträge erfüllen kann.
Es gibt fünf Zivilisationsstufen: Pioniere, Siedler, Bürger, Kaufleute und Aristokraten. Mit jeder Stufe werden die Bedürfnisse der Einwohner größer, dafür Zahlen sie auch mehr Steuern. Während die Pioniere noch mit Stoffe und eine Kirche zufrieden sind, möchten die Siedler auch noch Tabak und Alkohol. Die späteren Stufen verlangen noch Lampenöl, Pralinen, Schmuck, Theater und einiges mehr. Dabei findet man nicht alle Rohstoffe auf einer Insel. Deshalb ist es nötig weitere Inseln zu besetzten. Um die Waren abzuholen, kann man den Schiffen Seeruten geben, welche sie Automatisch abfahren. Dabei gibt es fünf Schiffstypen. Großes- und Kleines Handelschiff, Großes- und Kleines Kriegschiff und Endeckerschiff. Die Handelschiffe sind unbewaffnet, haben aber viel Laderaum. Bei den Kriegsschiffe ist es gerade andersherum. Das Endeckerschiff ist dazwischen mit ein paar Kanonen und mittleren Laderaum. Mit jeder neuen Stufe kann man auch neue Gebäude bauen, welche man braucht um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu stillen. Auch sind neue Baumateriale wie Marmor nötig. Sollte man mal ein Bedürfnis nicht erfüllen könne, muss man die Steuern senken, damit die Leute wieder zufrieden sind. Wenn aber ein Grundbedürfnis wie Essen fehlt, fackelt das Volk schnell die Häuser nieder. Dann bedarf es einer Feuerwehr. Genau so ist es möglich, dass die Menschen die Pest bekommen. In der Zeit steuern die anderen Mitspieler das Kontor nicht mehr an und man kann dadurch keine Waren mehr handeln. Dann benötigt es einen Arzt. Durch Forschung (möglich sobald eine Schule/Universität gebaut wurde) können weitere hilfreiche Aktionen erforschen, wie z.B. Tiefbau um in Lehmminen mehr Rohstoff zu vordern.
Wer glaubt, sobald die Aristokraten erreicht sind, ist es geschafft, irrt sich. Da geht es erst richtig los. Wenn die Einwohner in die mehrere Tausend gehen, werden schnell die Waren knapp. Was vorher eine Stunde gehalten hat, ist nun in wenige Minuten verbraucht. Somit müssen die Rohstoffinseln maximal ausbauen und der Schiffverkehr bedarf eine durchdachte Logistik.
Das besondere an Anno 1701 ist sein süchtigmachendes Spielprinzip. Manchmal habe ich fast fünf Stunden am Stück gespielt. Witzig ist: alle zwei Stunden schlägt das Spiel einem vor, abzuspeichern und mal eine Pause einzulegen.
Noch kurz was zu den Szenarien. Es gibt zehn Stück davon. Jede Mission erzählt eine kleine Geschichte. Die Szenarien werden zwar schwerer, aber man kann sie eigentlich nicht verlieren. Sobald das Geld ausgeht, bekommt man von einem neues Geld. Die Geschichten der einzelnen Missionen sind nicht zusammenhängend, können aber immer wieder unterhalten.
Die Grafik von Anno 1701 ist eine Augenweite. Die Menschen tummeln sich am Markplatz und das Wasser spiegelt die Schiffe. Aber dementsprechend hoch ist die Hardware Anforderung. Besonders wichtig ist der Arbeitsspeicher. mit 512 MB sieht man sehr oft die Sanduhr. Mit 1GB gibt es zwar noch ein paar Ruckleer, aber das Spiel lässt sich spielen. Grafikkarte habe ich eine Radeon X800GTO, aber es lief auch schon auf einer Radeon 9700. CPU ist PIV mit 2.8 GHz. Wichtig ist der Arbeitsspeicher. Wenn man die Grafik Runterschraubt, dann läuft es auch noch auf ältere Rechner. Auch auf niedrigeren Grafikeinstellungen ist es noch sehr ansehnlich.
Fazit: Eindeutig fünf Sterne bei Spielspaß, da es mehrere Stunden (am Stück) fesseln kann und dies auch, wenn man es zum dritten und vierten mal spielt. Genau so in "Insgesamt". Da stimmt einfach alles (außer dass die KI keine Händleraufträge erfüllen kann). Was ich noch loben muss: Das Spiel ist quasi Bug frei (ich habe keinen bemerkt). (Zum Multiplayerteil kann ich leider nichts sagen).
Klasse Aufbauspiel auch unter VistaApril 16, 2007 s152 11 aus 12 fanden die folgende Rezension hilfreich
ANNO 1701 läuft auf meinem Laptop mit Windows Vista Home Premium ohne Probleme und ohne Abstürze. Das Problem mit dem grünen Wasser bei Nvidia Grafikkarten (besitze eine Geforce 7600 Go) ist zumindest bei mir durch die Installation des Forceware 100.30 Treibers behoben. Die Pauschalisierung, daß ANNO nicht auf Vista-Rechnern läuft, ist demnach definitiv falsch - mag auf der Packung stehen, was will. Bei mir läuft's ohne Probleme. Ansonsten kann ich den meisten anderen Rezensionen zustimmen: ANNO 1701 ist wirklich ein tolles Spiel.
Tolles SpielOktober 9, 2006 GEICO Gecko 60 aus 71 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich war beim geschlossenen Anno1701 Beta Test dabei und habe so das fast fertige Spiel lange Zeit Probespielen können. Es ist schön zusehen, dass dieser Teil der Anno Reihe diesmal ganz Bugfrei auf den Markt kommt. Auch der Multiplayer lief sehr gut ohne Probleme.
Es gibt nun 3 Schwierigkeitsstufen. So können auch Anfänger Problemlos Spaß haben ohne Pleite zu gehen. Auch fortgeschrittene und Anno Profis werden ihren Spaß haben.
Sehr viele Sachen wurde verbssert. Das Steuersystem ist wieder so wie es in Anno1602 war. Aus Kaufleuten werden wieder direkt Aristokraten, ohne das man für diese extra Häuser bauen muss. Handelsrouten lassen sich nun total einfach anlegen. Mit den Eingeborenen kann man nun richtig Handeln, sie sind nicht mehr nur Statisten. Es würde lange dauern bis alles aufgezählt wäre.
Alles was in Anno1602 gut lief, wurde verbessert und alles was in Anno1503 nicht gut war, wurde über Bord geworfen. Ich war anfangs selbst auch skeptisch, aber nachdem ich den neuen teil selbst gespielt habe kann ich ihn nur empfehlen. Alle Anno Spieler die von Anno1503 vielleicht etwas enttäuscht waren, werden mit Anno1701 wieder richtig Spaß haben.